Der wichtigste Inhaltsstoff des Grünen Tees – Epigallocatechin-3-gallat (im Folgenden mit EGCG abgekürzt) – zählt zur Substanzgruppe der Catechine. Im Experiment weist EGCG krebshemmende und herzschützende Eigenschaften auf. Die Wirkungen der anderen Catechine sind zwar schwächer ausgeprägt, können sich jedoch untereinander in ihrer Wirkung verstärken. Alle Catechine sind starke Radikalfänger und können Sauerstoffradikale unschädlich machen. Das im Grünen Tee enthaltene Koffein wirkt anregend.

Eine Anhäufung von fehlerhaften Eiweißstoffen im Gehirn ist als (Mit-)Auslöser der Zerstörung von Nervenzellen seit Langem im Gespräch. Labor- und Tierversuche haben gezeigt, dass Epigallocatechin-Gallat (EGCG) aus Grünem Teeextrakt an die unlöslichen Ablagerungen bindet und sogar teilweise auflöst. Es gibt viel versprechende Hinweise, aber noch keine Belege für diese neue Hoffnung bei Alzheimer. Bei einer ersten Studie an älteren Personen mit zunehmenden mentalen Einschränkungen verbesserte der Grünteeextrakt zusammen mit der ebenfalls aus Tee isolierten Aminosäure Theanin (1,680 mg der Mischung für 16 Wochen) sowohl die Aufmerksamkeit als auch das Gedächtnis. Jetzt heißt es Abwarten und Teetrinken, denn weitere Studien müssen folgen…

Besonders hilfreich wären die genannten Stoffwechseländerungen besonders für Prä-Diabetes (metabolisches Syndrom) oder Diabetes. Aber was bei Ratten funktioniert hatte, versagte in Realität (1,5 g Grünteeextrakt, 856 mg EGCG, 16 Wochen). Hier war der Effekt nicht ausreichend, obwohl einige positive Tendenzen festgestellt wurden, die aber nicht signifikant ausfielen. Epidemiologische Studien aber lassen vermuten, dass Grüner Tee im Vorfeld nützlich sein könnte: Offensichtlich sinkt das Risiko Diabetes 2 zu entwickeln, so eine japanische Untersuchung.

In einer Studie mit Testpersonen führte der Genuss von Grünem Tee zu einer Steigerung von Energieverbrauch und Fettverbrennung: Dabei dürften sich die Koffein- und Catechinwirkung ergänzen. Auch die Aufnahme von Kohlenhydraten und Cholesterin , nicht aber Fett (Triacylglycerin) scheint beeinträchtigt zu sein. Eine Gewichtsabnahme wurde in einer Studie mit Übergewichtigen mehrfach gezeigt, besonders wenn zusätzlich zur Einnahme Bewegung verordnet wurde. Für deutliche Effekte wird sinnvollerweise zusätzlich die Ernährung umgestellt.

  • EGCG vermindert die Krebsentstehung, indem es im Vorfeld oxidative Zellschäden, vor allem aber Genomschäden abmildert.
  • EGCG hemmt die Zellteilung von vielen Krebstypen.
  • EGCG führt in Krebszellen häufiger zum Zelltod (jedoch nicht in den gesunden Zellen).
  • EGCG hemmt die Blutversorgung von sich entwickelnden Tumoren, indem es die Billdung von Blutgefäßen unterbindet. Damit ist das Wachstum des Tumors gebremst, da er schlecht versorgt wird.

Ein Allheilmittel ist aber auch der Grüne Tee nicht, bei ausgebrochener Krebserkrankung, schwerem Alzheimer oder Diabetes ist die Wirkung nicht mehr signifikant.

Die Catechine im Grünen Tee haben einen schützenden Effekt für Adern, Herz und Gehirn.

Auch bei Frauen jenseits der Wechseljahre (400 und 800 mg EGCG, 2 Monate) wurde der Stoffwechsel positiv beeinflusst, während die Hormonspiegel ( Östrogen e und Testosteron) unverändert blieben. Für hormonelle Probleme ist das grüne Wundergetränk eben nicht zuständig…

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Elisabeth W. aus Hamburg (02.08.2012): Ich habe festgestellt, dass ich nach grünem Tee mehr Extrasystolen habe als nach Espresso. Sogar ein Vorhofflimmer-Rezidiv führe ich darauf zurück.

Sylvia W. aus Leipzig (25.01.2018): Ich werde es probieren!

Anita Bosboom-Donath aus Poppel (Belgien) (07.10.2011): Sehr geschätzte Herzstiftung, habe gerade diesen Artikel gelesen! Mache mich nun selber erst mal „schlau“! – z. B. Gespräch mit meinem Kardiologen und natürlich eigene Erfahrung – werde demnächst mit einer „Grünen Teekur“! beginnen – mal sehen, ob der „Zaubertrunk“ gesundheitlich etwas bei mir bewirkt!? Probieren geht über studieren! oder? – Wünsche der Herzstiftung mit Ihren tollen Mitarbeitern! alles, alles Gute! Anita Bosboom-Donath aus Belgien.

Autor: Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Mitglied im Vorstand der Herzstiftung und emeritierter Chef­arzt der Abt. Klinische Kardiologie II im Herz-Zentrum Bad Krozingen. Zu seinen Schwer­punk­ten zählt insbesondere die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. ➞ Weitere Experten-Beiträge von Professor Helmut Gohlke

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

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Charly aus Neustadt (29.01.2018): Ich habe auch lange grünen Tee getrunken und muss sagen, es hat mir gesundheitlich sehr gut geholfen. Letztes Jahr war ich in Thailand und da gehört grüner Tee zum täglichen Gebrauch. Die Thailänder schwören darauf, dass es nichts Besseres für die Gesundheit gibt. Ich habe mir da grünen Tee in Kapseln gekauft. Davon soll man morgens 2 nehmen, die Wirkung soll wie 2 Liter Tee sein. Hier in Deutschland kaufe ich mir jetzt auch immer Kapseln, davon nehme ich 2 morgens. Ich fühl mich gesundheitlich sehr wohl. Mein Blutdruck ist viel besser geworden.

W. aus Stadthagen (18.01.2013): Hallo, grüner Tee mit Auswirkungen auf Bluthochdruck. Gibt es da eine Wirkung? Ich nehme 5 mg Ramipril am Morgen und Bluthochdruck ist immer noch etwas erhöht.

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Grüner Tee enthält mehr wertvolle Gerbstoffe, also die reichlich enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wie Polyphenole, als Schwarzer Tee, die ihm zwar auch einen herberen Geschmack verleihen, jedoch zugleich auch die meisten gesundheitsfördernden Wirkungen entfalten. Neben einer beruhigenden Wirkung auf deinen Magen und deinen Darm soll vor allem das zu den Flavonoiden zählende Catechin Epigallocatechingallat (EGCG) das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken und auch als Zaubermittel gegen Entzündungen sowie als Krebsschutz gegen Darm-, Brust-, Magen- und Prostatakrebs (besonders gegen Darmpolypen, die entarten können und dann zu Darmkrebs werden), hohen Blutzucker, Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose gelten. Zudem soll es gesundheitlich positiv gegen Diabetes wirken.

Grüner Tee ist ein außergewöhnlich gesunder Hochgenuss aus der Natur. Die Asiaten schwören schon seit Jahrtausenden auf die gesundheitsfördernde Wirkung des Grünen Tees und trinken ihn täglich zur Gesundheitsvorsorge. In China ist es gar die Medizin bzw. das Mittel schlechthin für ein langes und gesundes Leben. Zudem ist Grüner Tee gar nicht teuer, leicht zuzubereiten und völlig kalorienfrei.

Mit Grünem Tee kannst du darüber hinaus Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall vorbeugen, da er das schlechte LDL-Cholesterin senkt. Zudem hält er den Oxidationsprozess des Cholesterins auf, infolgedessen Ablagerungen zu Gefäßverengungen oder Gefäßverschlüssen führen können. Allerdings solltest du dazu den Tee ohne Milch trinken, denn sie verhindert den positiven Effekt der Gefäßentspannung.

Auf dieser Übersichtsseite zum Thema Grüner Tee verrate ich dir, was Grüner Tee genau ist, warum er so gesund ist und welche positiven Wirkungen er auf deinen Körper hat. Zudem zeige ich dir, wie du ihn richtig zubereitest sowie 9 wichtige Tipps und Tricks, die du dabei unbedingt beachten solltest.

Grüner Tee enthält viele wertvolle gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe (Calcium, Magnesium, Kalium und Fluorid), Spuren von Vitaminen (Vitamin A, Vitamin B, Vitamin B2, Vitamin C und Vitamin E) und Spurenelemente (u.a. Zink, Kupfer, Mangan und Nickel).

Du interessierst dich für Grünen Tee, seine Wirkung und die richtige Zubereitung? Dann bist du hier genau richtig!

Zwar enthält eine Kaffeebohne weniger Koffein als die gleiche Menge Tee, jedoch steckt im Kaffee letztendlich das Doppelte bis Dreifache an Koffein pro Tasse, da man pro Liter ungefähr viermal so viel Kaffeepulver wie Teeblätter benötigt. Zudem entfaltet das Koffein des Tees seine Wirkung langsamer und hält zudem länger an. Je länger der Tee zieht, desto mehr Gerbstoffe lösen sich. Diese binden dann das Koffein und setzen es im Körper nicht auf einmal, sondern kontinuierlich für einige Stunden nach und nach frei, wodurch es nicht so stark aufputscht. Grüner Tee macht zudem sanfter munter und nicht so nervös wie Kaffee, da die enthaltene Aminosäure Theanin seine anregende Wirkung wieder ein wenig abdämpft.

Die schützende Wirkung des Grünen Tees gegen Krebs wird immer wieder im besonderen Maße hervorgehoben. Denn die zahlreich enthaltenen Polyphenole, genauer gesagt hauptsächlich das Epigallocatechingallat, wirkt als Antioxidans und damit als Zellschutz. Es setzt gefährliche freie Radikale außer Gefecht und soll Schäden an der Erbsubstanz verhindern sowie die Bildung von Blutgefäßen bremsen, was das Tumorwachstum hemmt. Freie Radikale, also schädliche Abbauprodukte in den Zellen deines Körpers infolge der Stoffwechselprozesse, die vor allem durch zu viel Sonneneinstrahlung bzw. UV-Strahlen, Rauchen, Stress, Umweltbelastungen oder auch durch Leistungssport entstehen können, schädigen mit ihrer Freisetzung für die Funktion der Zelle wichtige Moleküle wie die DNA. Das führt dann zu einer stetig wachsenden Ansammlung von geschädigten Zellkomponenten, was wiederum den Alterungsprozess bewirkt und zudem gefährliche Krankheiten wie Krebs auslösen kann. Auf deine Haut wirkt das Epigallocatechingallat wie eine Anti-Falten-Creme, denn es hindert eben freie Radikale daran, in die Haut einzudringen, dort Falten zu verursachen und sie schneller altern zu lassen.

Laut einer Sage trinken die Chinesen den Aufguss aus Teebaumblättern dank eines Zufalls schon seit 2.700 vor Christus. Damals wehte der Wind Teeblätter direkt vom Baum in den mit heißem Wasser gefüllten Becher des chinesischen Kaisers Shen Nung, der begeistert war von der erfrischenden Wirkung dieses Getränks.